Lebensretter im Babyalltag…Teil 4…oder…10 Tipps zum Abstillen…

Lebensretter im Babyalltag…Teil 4…oder…10 Tipps zum Abstillen…

heute gibt es mal wieder einen Post aus der Reihe: „Lebensretter im Babyalltag“ diesmal zum Thema Abstillen. Da dies ein so wichtiges/ heikles Thema ist, kommt er diesmal ganz ohne Bildchen oder Tam Tam…dafür umso ausführlicher…


Wie schon im letzten Beitrag erwähnt befand ich mich vor ein paar Wochen in einer ziemlich unangenehmen Situation. Ich hatte mir beim Sport zwei Nerven eingeklemmt und lag fast zwei Wochen flach. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nur waren die heftigen Schmerzen nicht mal das schlimmste. Wirklich schlimm war, dass ich starke Schmerzmittel nehmen musste und somit nicht mehr stillen konnte.

Von heute auf morgen.

Unser Sohn ist mittlerweile 10 Monate und gestillt habe ich ihn (bis vor einigen Wochen) nur noch Abends, Nachts und Morgens. Tagsüber hat er gegessen und das eigentlich auch schon recht ordentlich. In meiner Vorstellung wollte ich nicht so richtig abstillen. Ich hoffte, dass es sich einfach ergibt und es von selbst passiert.

Mich hat das Stillen nie gestört, dennoch habe ich mir überlegt ihn nicht länger als ein Jahr zu stillen (zu dem Thema Stillen gibt es ja unzählige Meinungen, daher mag ich auf die Gründe gar nicht näher eingehen). Wenn es sich also sehr viel länger raus gezögert hätte, hätte ich irgendwann abgestillt. Ganz sanft. Nicht von heute auf morgen.

Schnelles Abstillen ist sowohl für Mutter als auch Kind nicht einfach. Das Baby versteht nicht so richtig warum die Brust verweigert wird und empfindet es als Liebesentzug. Für die Mutter kann das ganze zu einer schmerzhaften Angelegenheit werden wenn es zu einem Milchstau oder einer Brustentzündung kommt. (also falls es irgendwie geht…lieber langsam abstillen und unbedingt Arzt oder Hebamme fragen) 

Ich hatte natürlich auch die Alternative ein paar Tage auszusetzen und es dann einfach wieder zu versuchen. Da der kleine aber 10 Monate war und ich ohnehin nicht ewig stillen wollte, empfand ich das für ihn eher als Qual. Ich wollte ihn nicht zwei mal da durch gehen lassen. Das „gestillt werden“ her zu geben um es dann wieder zu bekommen..und dann wieder her geben zu müssen. Für uns auch keine Lösung.


Hier also meine 10 Tipps zum (schnellen) Abstillen:

1.

Hebamme oder Frauenarzt!!! Man findet unzählige Tipps im Internet und auch das folgende ist nur eine Auflistung von einigen Methoden die mir geholfen haben. Sicherheitshalber erstmal an die Hebamme oder den Frauenarzt des Vertrauens wenden.

2.

Entscheidung treffen. In solch einer Situation ist es wichtig ganz klar die Entscheidung zu treffen um dann mit den Konsequenzen umgehen zu können. In unserem Fall musste ich mich dagegen entscheiden, den kleinen nach einer Pause wieder zu stillen. Oder es zu versuchen. Ich führte mir vor Augen was aus unserer Sicht am besten für den kleinen und uns als Familie ist. Es fiel mir extrem schwer aber nur weil ich die Entscheidung getroffen habe konnte ich diese Zeit durchstehen…und mit Zeit meine ich vor allem ein weinendes, brustsuchendes Baby.

3.

bewusst das letzte Mal stillen. Für mich war das ein hoch emotionaler Moment den ich aber auch wirklich gebraucht habe. Das letzte Mal habe ich ganz bewusst genossen und habe mich dann davon verabschiedet mein Baby zu stillen und unter diese Zeit einen Strich gemacht.

4.

neue Gewohnheiten schaffen. Vor allem wenn man schnell Abstillen muss ist das extrem wichtig! Neue Rituale, die das Baby mit Liebe und Geborgenheit verbindet. Für das Kind ist es erstmal ein Schock. Die beste Einschlafhilfe, Liebe, Geborgenheit. All dass, was das Baby mit dem Stillen verbunden hat, plötzlich weg. Und das schlimmste: Mama riecht auch noch nach Milch….warum gibt sie sie mir dann nicht?…. Ich habe mit dem Abstillen zum Beispiel ein neues Einschlafritual eingeführt und ihm so viel Zeit gelassen wie er gebraucht hat. Ich habe ausgiebig mit dem kleinen gekuschelt und ihm so viel Liebe gegeben wie ich nur konnte. Dennoch hat er natürlich erstmal protestiert. (Recht hat er ja auch eigentlich)

5.

Hilfe holen.  Wenn es geht, Papa, Oma, Opa, Tante oder irgendwen vertrauten einbinden. Oft hilft es die gesamte Situation zu verändern. Papa riecht nicht nach Milch. Wenn er oder jemand anders das Baby in den gewohnten Stillsituationen übernimmt oder die Flasche gibt, ist es manchmal leichter.

6.

Alternativen finden. Mit dem Abstillen kam bei uns die Flasche. Vorher hat er sie eher selten angenommen, aber mir war wichtig, dass wir eine Möglichkeit haben ihm was zu geben falls er mal krank ist. Glücklicherweise hat der kleine sie nach ein paar Tagen dann auch akzeptiert.

7.

Salbei und Pfefferminztee. Sie helfen beim Abstillen. Ich hab sie im Wechsel über den Tag verteilt getrunken und hatte wirklich das Gefühl, dass es hilft. Schmeckt übrigens auch kalt!

8.

ausstreichen oder abpumpen. Wenn die Brust zu sehr spannt geht es oft nicht anders! Ich habe versucht so wenig wie möglich auszustreichen damit die Brust nicht weiter produziert!

9.

Kühlen, Kühlen, Kühlen!!! Mir haben die Kältekissen von Laninoh wunderbar geholfen. Man kann aber auch einfach irgendetwas kaltes auf die Brust legen.

10.

Geduld. Denn es dauert eine Weile bis sich alles eingespielt hat. Bis der eigene Körper versteht was da gerade los ist und das Baby versteht das Mama es noch genauso liebt wie vorher.

 


Die ersten Tage waren schwierig aber von Tag zu Tag wurde es besser. Der kleine hat sich an die neuen Umstände gewöhnt und mittlerweile klappt es sogar mit dem einschlafen wirklich gut.

Nach ein paar Tagen ging auch die Milch deutlich zurück. Glücklicherweise konnte ich durch die Tees und die Kälte einen Milchstau oder schlimmeres abwenden.

Insgesamt haben wir es mit den gesammelten Tipps ganz gut hinbekommen und ich würde lügen wenn ich sage, dass ich es nicht auch ein bisschen geniesse…das nicht mehr stillen. Es ist eben der nächste Schritt…eine neue/alte Lebensphase in der es zum Abendessen auch mal wieder das ein oder andere Gläschen Wein gibt.

Zu meinen liebsten Sommerweinen also demnächst mehr 🙂

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Lebensretter im Babyalltag…die erste Bronchitis…von Salbutamol bis Pariboy

Lebensretter im Babyalltag…die erste Bronchitis…von Salbutamol bis Pariboy

unser Start ins neue Jahr war gar nicht so einfach. Pünktlich zum Jahreswechsel bekam unser kleiner Mann eine Bronchitis. Ganz ehrlich….bevor wir Eltern waren, hatten wir absolut keine Ahnung was der Satz: „unser Kind ist krank“ wirklich bedeutet! Nein wir hatten wirklich gar keine Vorstellung davon!

Schnupfennäschen hatten wir schon ein zwei mal…gut das ist gar nicht soo schlimm…(was wir da gemacht haben sehr ihr hier) aber ein richtig krankes Baby ist echt ne andere Nummer! Und hier spreche ich „nur“ von einer Bronchitis. Hut ab an alle Mamas und Papas die wirklich heftige Sachen durch stehen müssen!

Angefangen hat sich alles mit Husten und einem Baby das hauptsächlich am Weinen war. Das gemeine war, dass der kleine Mann kaum mehr Luft bekam. Die Nase war zu und alles total verschleimt. Er konnte nicht mehr trinken, nichts essen und war sehr schwach. Das was er den Tag zuvor getrunken hatte kam beim heftigen Husten im Schwall wieder raus.  Problematisch, denn Babys trocknen relativ schnell  aus. Wir hatten uns also riesige Sorgen gemacht. Nachdem wir Ihn in der Babytrage zum Trinken bringen konnten, ging es zum Arzt. Der verschrieb uns Salbutamol als Spray, ein Medikament das die Bronchien erweitert und dem Baby das Luft holen erleichtert. Als Nebenwirkung wird unter anderem Unruhe genannt und ja…das haben wir auch wirklich gemerkt!

Tja…was machen verzweifelte Eltern nun wenn ihr Baby krank ist, der Arzt sagt dass man da durch muss und die Hebamme gerade im Urlaub ist.. Sie googlen sich die Finger wund. Haben wir zumindest gemacht. Ausserdem haben wir glücklicherweise DIE Apotheke unseres Vertrauens in der Nähe (Danke an dieser Stelle für die ständige Hilfe 🙂 ).

Hier gibt es nun ein paar Tipps die uns geholfen haben:

Inhalator

Der erste und beste Tip war uns einen Inhalator anzuschaffen. Den Pariboy . Ein Inhalationsgerät das unserer Meinung nach wahre Wunder bewirkt. Wir haben die Junior Variante- das schöne daran: Die ganze Familie kann den Inhalator benutzen, inhaliert wird nur mit Kochsalz, es kann also nicht zu viel sein und man kann auch damit nichts „kaputt“ machen und es hilft wirklich! Am besten vor der Anschaffung mal den Kinderarzt fragen, denn manche Krankenkassen verschreiben ihn auch.

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Salbutamol nur in Verbindung mit einem großen Spaziergang!!!

Salbutamol haben wir für unser Baby verschrieben bekommen um die Bronchien zu erweitern, weil er sonst nicht genügend Luft bekam. So gut es hilft, so schwierig ist es im handling. Die meisten Eltern die Salbutamol schon mal geben mussten werden wissen was ich meine. Salbutamol wirkt sagen wir mal…aufputschend. Ca. 30 min nach der Einnahme ging bei uns das Dauergeschrei los. Das einzige was bei uns geholfen hat war da spazieren gehen, viel Ablenkung an der frischen Luft… oder die Babytrage. Also am besten den Tag so planen, dass man immer direkt nach Salbutamol raus gehen kann 🙂

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Thymian-Myrthe Balsam mit Heilwolle

Der Thymian-Myrthe Balsam von der Bahnhofsapotheke darf bei uns bei keiner Erkältung oder Bronchitis fehlen. Unser kleiner Mann machte immer einen ganz erleichterten Seufzer wenn er wieder eingerieben wurde, er mochte den Geruch und der Balsam schien wirklich gut zu helfen. Wir haben ihn am Brustkorb eingerieben und anschließend Heilwolle auf den Brustkorb gelegt. Dann einen etwas engeren Body an und der Balsam kann noch besser einwirken. Im Allgemeinen finde ich die Produkte von der Bahnhofsapotheke klasse. Einfach mal bei der Apotheke fragen! (Die haben auch ein super Zahnöl!)

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Olaf- der Nasensauger- Kochsalz- Nasentropfen

ja…ich muss zugeben… es ist schon komisch seinem Baby die Nase „auszusaugen“. Gleichzeitig geht es machmal einfach nicht anders. Der Olaf Nasensauger ist ein ganz guter Kompromiss finde ich. Es gibt ja auch andere Modelle die man an einen Staubsauger anschliessen muss. Das fanden wir dann doch ein bisschen seltsam. Der Nasensauger funktioniert wunderbar, holt alles raus was raus muss, ohne grob zu sein. Unser kleiner Mann hat sich auch relativ schnell dran gewöhnt…denn…es tut einfach richtig gut wenn das Näschen wieder frei ist.  Nach dem frei machen, haben wir dann noch Kochsalzlösung oder Muttermilch in die Nase getropft. Damit schwillt die Nase auch besser wieder ab und es „läuft“. Wenn gar nichts mehr geht und die Nase immer noch zu ist, das Baby nicht mehr trinken und nicht schlafen kann, haben wir auch schon mal zu abschwellenden Nasentropfen gegriffen. Dass war dann der letzte Weg.

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gut zu Hause zu haben…Elektrolytlösung

wenn die kleinen nichts trinken und/oder brechen müssen/ Durchfall haben ist es gut eine Elektrolytlösung zu Hause zu haben. So kann man im Fall der Fälle zumindest dafür sorgen dass der Körper die Mineralstoffe bekommt die es für wichtige Stoffwechselvorgänge braucht. Wir haben die Lösung mit einer kleinen Spritze gegeben. Da die Lösung sehr süss schmeckt trinken sie auch manche Babys.

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Liebe, kuscheln und Babytrage

wenn die kleinen Krank sind, sind sie einfach unheimlich liebebedürftg. Geht uns ja auch so… auch wir Erwachsenen wollen liebevoll umsorgt werden und Verständnis für eventuelle Quengeleien bekommen. Ja bei uns lagen die Nerven wirklich blank. Man ist müde und ausgelaugt, bekommt kaum schlaf und muss trotzdem zu 200 Prozent da sein. Uns hat die Babytrage gerettet. Der kleine wollte nicht alleine sein und musste auch tagsüber mehr als sonst schlafen damit er gesund wird. In der Trage hat das dann geklappt. Er konnte sich erholen und ganz viel Liebe und Nähe tanken. Beste Voraussetzungen um gesund zu werden. Ausserhalb der Trage gab es viele kuscheleinheiten und Nachmittags haben wir zusammen Nickerchen gemacht 🙂

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Nach ca. zwei Wochen war er dann endlich wieder gesund und naja…dann kamen die nächsten Hähnchen 🙂 Was uns da geholfen hat…dazu demnächst mehr 🙂